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Warum ich noch mal von Kiel zum Nordkap fahren muss

Nordkap

Wie sieht eigentlich Deine persönliche Traumtour mit dem Auto aus? Als mir vor einigen Tagen diese Frage an einem virtuellen Stammtisch gestellt wurde, musste ich tatsächlich ein paar Minuten nachdenken. Bin ich meine Traumroute schon gefahren? Oder liegt sie noch vor mir? Schließlich war die Antwort einfach. Ich bin die Tour noch nicht selbst gefahren, habe ich sie aber bereits zweimal im Auto zurückgelegt.

Denn ich habe mich für die Route von Kiel zum Nordkap entschieden. Im Sommer 1977 und im Sommer 1982 habe ich sie bereits als Beifahrer zurückgelegt. Während der ersten Tour saß ich noch auf der Rückbank. Zusammen mit meinem Dackel Caspar. Beim zweiten Mal saß ich auf dem Beifahrersitz. Caspar und Mutter blieben mit meiner kleinen Schwester zu Hause und ich fuhr alleine mit meinem Vater in den Sommerurlaub.

Das waren zweimal mehr als 6.000 Kilometer

Irgendwie muss dabei der Wunsch entstanden sein, die Strecke einmal selbst zu fahren. Also die ganze Strecke. Denn die paar Kilometer, die ich auf der Tour 1982 irgendwo hinter Rovaniemi fahren durfte, fallen angesichts der Gesamtlänge der Strecke kaum ins Gewicht. Anders als vor 30 Jahren kann die Strecke heute vollständig mit dem Auto zurückgelegt werden.

Schon auf dem Weg nach Kopenhagen vermeidet die Storebæltsbroen eine Fährstrecke. Die Brücke über den Großen Belt ist mit 18 Kilometern derzeit die längste Hängebrücke in Europa. Die Nutzung der mautpflichtigen Brücke (33 Euro) reduziert die Fahrzeit in die dänische Hauptstadt um mindestens 90 Minuten. Zeit, die sich hervorragend für ein Mittagessen in Kopenhagen nutzen lässt. Und vielleicht ist sogar noch Zeit für einen Besuch bei der kleinen Meerjungfrau.

Von Kiel zum Nordkap

Von Kiel zum Nordkap – Meine Traumtour (Foto: Google Maps)

Auch auf der Weiterfahrt nach Schweden ist seit meiner letzten Tour mit dem Drogdentunnel, der künstlichen Insel Peberholm und mit der Öresundbrücke eine Landverbindung entstanden. Die Nutzung kostet zwar weitere 47 Euro, spart aber ebenfalls Zeit. Ich benötige so insgesamt deutlich weniger als sieben Stunden Fahrzeit, um mein Etappenziel in Göteborg zu erreichen. Schwedens zweitgrößte Stadt lockt mit einem bunten Nachtleben. Wer ein ungewöhnliches Hotel bevorzugt, wählt den Windjammer Viking. Das 1906 gebaute Schiff liegt heute fest vertäut im Hafen „Lilla Bommen“.

Die nächste Etappe führt nach Oslo

Von Göteborg geht das in rund drei Stunden. Seit der Abfahrt in Kiel sind nun schon 1.000 Kilometer zurückgelegt. Natürlich hätte es für diese Strecke eine Alternative gegeben. Denn die Fähren der Colorline fahren direkt aus der Kieler Innenstadt in die Hauptstadt Norwegens. Viele bezeichnen diese Tour als Minikreuzfahrt über die Ostsee. Doch genau dies würde dem Sinn meiner Tour widersprechen und ist für mich daher keine Alternative.

Oslo bietet viele kulturelle Höhepunkte. Für Sportfans gehört ein Abstecher zum Holmenkollen dazu. Die Geburtsstätte des nordischen Skisports lockt im Sommer mit Konzerten und bietet mit ihrer Lage oberhalb der Stadt einen hervorragenden Blick auf die nordische Metropole. Dazu bietet Oslo großartige Museen. Zudem Oslo ist der vorerst letzte Aufenthalt in der Zivilisation. Deshalb nehme ich mir einen ganzen Tag Zeit und reise erst am nächsten Tag weiter.

Kurs Nord-Nord-Ost!

Bis zu meinem Ziel, dem Nordkap auf der Insel Magerøya sind es noch rund 2.000 Kilometer. Auf der Strecke geht es – im Vergleich zum Verkehr auf deutschen Straßen – eher einsam zu. Von Oslo aus führt die Route zunächst an die schwedische Ostküste, dann durch Norwegen an die Spitze Europas.

Für die Strecke bis zum Nordkap plane ich zwei Tage ein. Der Weg auf die Insel Magerøya führt durch den fast sieben Kilometer langen Nordkaptunnel, der sogar mautfrei benutzt werden kann. Wer kann, der nimmt ein Quartier in der Inselhauptstadt Honningsvåg und fährt dann früh morgens zum Nordkap. Damit habe ich mehr als 3.000 Kilometer zurückgelegt.

Das steil aus dem Eismeer emporragende Schieferplateau lockt bei gutem Wetter mit einer großartigen Aussicht. Bereits seit 1664 ist die Region touristisch erschlossen und zieht seitdem Reisende aus aller Welt an. Daher lohnt das frühe Aufstehen, um vor den Kreuzfahrtgästen und Wohnmobilkolonien am Kap zu sein.

Für den Rückweg gibt es verschiedene Optionen. Ich entscheide mich, wie 1982 für den Weg über Helsinki. Das sorgt zwar für meine blubbernde Rennmaus noch einmal für ein paar zusätzliche Kilometer.

Wohin andere Auto Blogger fahren

Aber schließlich ist doch der Weg das Ziel, wie auch die Touren anderer Auto-Blogger zeigen:

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NordkapInfos zum Titelbild:
Das Ziel meiner Traumtour ist das Nordkap (Foto: Caroline Maybach)
Das Ziel meiner Traumtour ist das Nordkap (Foto: Caroline Maybach)
 

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