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Wie ein Satz das Image versaut – oder warum McLaren nicht sympathisch ist

McLaren MP4

Vor ein paar Tagen haben wir den ersten von drei Imagefilmen vorgestellt, mit denen McLaren den 50. Geburtstag des Unternehmens feiert. Dabei haben wir geschrieben, dass das Team in der persönlichen Sympathiewertung vieler Fans nur auf hinteren Plätzen ins Ziel kommt. Zwei Leser haben uns gefragt, warum das in unseren Augen so sei. Die Antwort findet sich in einer Saison, die aus sportlicher Sicht fast perfekt für das Team verlief.

Ende 1963 gründeten der Rennfahrer Bruce McLaren und der Manager Teddy Meyer das Team als „Bruce McLaren Motor Racing“. Zunächst in anderen Fahrzeugklassen unterwegs stieg Teamchef Bruce McLaren 1966 mit dem McLaren M2B in die Formel 1 ein. Daneben bestritt das Team ab 1967 die Rennen der CanAm-Serie. Dort fuhr das Team mit der großartigen „Bruce und Denny Show“ alle anderen in Grund und Boden. Das Team gewann von 1967 bis 1971 gleich fünf Titel in Folge. Erst Porsche setzte der Erfolgsserie mit dem 917 Turbo ein Ende.

Das Team überstand den Unfalltod des Gründers Bruce McLaren, der beim Testen in Goodwood verunglückte. Teddy Mayer übernahm die Leitung des Teams. Der Amerikaner führte das Team auch in der Formel 1 an die Spitze. Mit Emerson Fittipaldi (1974) und James Hunt (1976) gewannen zwei Piloten im McLaren den Titel des Formel-1-Weltmeisters. Doch McLaren verpasste den Trend der von Lotus in der Formel 1 etablierten Ground-Effect-Wagen.

Das Team verlor den Anschluss

Nur drei Jahre nach dem WM-Titel von James Hunt scheiterten die McLaren-Piloten mit dem veralteten Fahrzeug mehrmals an der Qualifikationshürde. Auch 1980 stellte sich keine Besserung ein. Auf Druck von Sponsor Marlboro fusionierte das Team mit dem Formel-2-Team „Project Four Racing“ von Ron Dennis.

McLaren MP4/1

McLaren MP4/1, war der erste Formel 1 Rennwagen mit einem Kohlefaser-Monocoque. (Foto: Tom Schwede)

Zwei Jahre später übernahm der Brite Dennis die alleinige Führung des Teams. Mit dem ersten Kohlefaser-Monocoque setzte das Team 1981 einen neuen Trend. Mit dem dank arabischer Sponsoren finanzierten TAG-Porsche-Turbo fuhr das Team ab 1983 in der Formel 1 zurück in die Erfolgsspur. Drei Titelgewinne mit Niki Lauda und Alain Prost etablierten das Team an der Spitze. Dort blieb man, nun gemeinsam mit Honda, auch zu Beginn der Saugmotor-Ära.

1988 gelang fast die perfekte Saison

Das Team gewann mit den Spitzenpiloten Ayrton Senna und Alain Prost 15 der 16 Saisonrennen. Nur Jean-Louis Schlesser verhinderte, in seinem einzigen Formel-1-Rennen, mit einer Unachtsamkeit den totalen Triumph. Als der Führende Aytron Senna den Franzosen überrunden wollte, drückte der Franzose den Brasilianer ins Aus. Gerhard Berger im Ferrari erbte, ausgerechnet in Monza, den Sieg.

Irgendwann 1988 soll Ron Dennis dann den Satz „Wir machen Geschichte, sie schreiben drüber.“ gesagt haben. Und genau dieser Satz ist ein Grund dafür, warum McLaren bis heute bei vielen Formel 1 Fans als unsympathisch gilt.

2 Kommentare

  1. Völliger Irrsinn.
    Dann wären Red Bull, Ferrari viel mehr unsympathischer

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