Nach dem Verkauf von Opel an PSA sind die Verantwortlichen dabei, die Marke neu auszurichten. Die Studie Opel GT X Experimental zeigte im vergangenen August, wo die Reise des Rüsselsheimers Autobauers beim Design hingeht. Die Reaktionen waren gespalten. Natürlich gab es die, die den Entwurf kritiklos bejubelten. Andere sahen den Entwurf des Opel GT X Experimental jedoch eher kritisch. Auch wir bezeichneten die Studie als eher ausgelutschten Blick in die Zukunft.

Und ganz zufrieden scheint Opel mit den Reaktionen auf die Studie Opel GT X Experimental nicht zu sein. Denn gestern schon Opel umfangreiche Erklärungen nach, die das Design der Studie erklären. Wobei die Pressemitteilung, die Opel gestern Vormittag verschickte, in Teilen harte Kost war. Denn der Text liest sich teilweise wie die – verzweifelte – Arbeit aus dem Proseminar eines Design-Studiums.

Kernelemente Opel Kompass und Opel Vizor

Dabei lesen wir, dass die Studie sehr genau zeige, was die Opel-Modelle im Verlauf der 2020er Jahre auszeichnen wird und wie sie aussehen werden. Kernelemente des Designs seien der Opel Kompass und der Opel Vizor – wie Opel seine neue Fahrzeugfront etwas abgehoben bezeichnet. Beides seien elementare Bausteine der neuen Designphilosophie und haben – jetzt sind wir bei der Tradition – ihre Wurzeln bei früheren Opel-Modellen.

Denn wie schon beim legendären Opel Manta A führt der neue Opel Kompass die zwei dominanten Achsen des Fahrzeugs an einem Punkt zusammen. Die Bügelfalte in der Motorhaube ist die vertikale Achse. Die Doppelscheinwerfer bilden die horizontale Achse. Das Markenzeichen bilde dabei den optischen Mittelpunkt. Ihr merkt, so weit ist der „Opel Kompass“ gar nicht von dem Fadenkreuz weg, das wir bei seiner Ankündigung in ihm sahen.

Das war übrigens die Ankündigung, die auch den Begriff von der „New Germanness“ nutzte. Und auch die jüngste Pressemitteilung glänzt mit Aussagen wie „cool statt kühl“. Aber mal völlig losgelöst davon, eigentlich ist die Beurteilung von Design doch eine einfache Geschichte. Entweder es gefällt oder es gefällt nicht! Das ändern am Ende auch viele Worte nichts! Entscheidend ist die Form, nicht ihre Erklärung. Deshalb sind Bezüge zu eigenen Geschichte, wie Opel sie zurzeit regelmäßig nutzt, zwar nett, aber am Ende wirken sie auch etwas verkrampft.

Denn einen – möglichen – Nachfolger des Opel Mokka wie die Studie Opel GT X Experimental auf ein kompaktes Coupé wie dem Manta A zu beziehen, ist weit weg von der Lockerheit, die gutes Design auszeichnet. Zumal der Nachrichtengehalt der aktuellen Pressemitteilung am Ende kurz ist. Sie lautet: Die neue Fahrzeugfront heißt Opel Vizor. Warum muss ich bei dieser Nachricht jetzt bloß mehr an eine Blendgranate als an einen Blendschutz denken?

 

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Infos zum Titelbild des Beitrags in diesem Auto-Blog:

Cool statt kühl: Diese puristische Front kennzeichnet künftige Opel-Modelle

Foto: Opel


1 Comment

  1. Der Opel ist recht interessant. Ein schnittiges Design, ein toller Wagen. Auf den Mokka bin ich gespannt.

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