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Worte am Sonntag – Was war, was ist und was kommt? Wochenrückblick #6-2014

Der ADAC-Skandal wird uns noch einige Zeit beschäftigen. In dieser Woche fand ich die aktuelle Ausgabe der ADAC Motorwelt in meinem Briefkasten. Eine gute Gelegenheit, um in diesem Wochenrückblick nochmals auf das Thema ADAC einzugehen. Und sich endlich auch hier den schärften Kritiker des ADAC vorzunehmen. Denn Professor Ferdinand Dudenhöffer ist auf eine erstaunliche und bemerkenswerte Art und Weise vom Saulus zum Paulus gereift.

Was war?

Schon der Titel der aktuellen Ausgabe der „ADAC Motorwelt“ greift die Affäre um den Autofahrerverein auf. „Die Krise als Chance“ steht auf dem Cover der Zeitschrift mit den Anzeigen für Flusskreuzfahrten, Treppenlifte und Schuhe mit Innenabsätzen. Der Titel klingt nach der Offenheit, die die Spitze des Vereins nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe angekündigt hat. Auch im Editorial auf Seite drei sowie in einem großen Interview mit ADAC-Präsident Peter Meyer ist der ADAC-Skandal Thema dieser Ausgabe.

Das ist offensichtlich notwendig. Denn es ist indessen bestätigt, dass nicht nur der bisherige ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter die Zahlen der Leserwahl „Gelber Engel“ vervielfältigt hat. Es gibt inzwischen Zweifel, ob nicht auch die Platzierungen der Wahl verändert wurden. Damit wäre die Wahl endgültig völlig wertlos. Mehrere Autohersteller haben angekündigt, in diesem Fall die erhaltenen Preise zurückzugeben.

Was ist?

Doch damit nicht genug beim ADAC. Inzwischen wurde zusätzlich bekannt, dass die Vereinsspitze und leitende Angestellte der ADAC-Unternehmen Rettungshubschrauber und Ambulanz-Jets für „Dienstreisen“ genutzt haben. Das wirft – wie ADAC-Präsident Peter Meyer es im Interview mit der Motorwelt nennt – ein schlechtes Licht auf den ADAC. Und könnte für Probleme mit der Gemeinnützigkeit sorgen, was für den ADAC richtig teuer werden könnte.

Als Mitglied des ADAC hoffe ich, dass der Verein seine Probleme in den Griff bekommt. Die Arbeit der ADAC-Pannenhelfer sowie das Wirken der ADAC-Luftrettung sind ein Gewinn für unsere Gesellschaft. Ohne die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, die im ADAC engagiert sind, wäre in Deutschland kaum eine Motorsport-Veranstaltung möglich. Punkte, die in der aktuellen Diskussion leider zu oft vergessen werden. Denn der ADAC ist mehr als nur eine Leserwahl.

Deshalb habe ich auch wenig Verständnis für Professor Ferdinand Dudenhöffer, der rund um den ADAC-Skandal immer wieder die Presse sucht. ADAC-Präsident Peter Meyer stellte in einem Interview mit der WAZ jüngst die Behauptung auf, dass der ADAC in einem Fall nur wegen Dudenhöffer einen Rettungshubschrauber zum Personentransport genutzt habe. Professor Dudenhöffer hat dieser Behauptung zwischenzeitlich widersprochen.

Wobei der „Experte“ nicht den Flug selbst bestreitet. Dudenhöffer behauptet, ihm sei der Mitflug angeboten worden, weil ADAC-Präsident Meyer sowieso die Strecke fliegen würde. In Bezug auf die Glaubwürdigkeit des Professors ist das völlig egal. Denn schon mit der Annahme dieser Reisedienstleistung hat sich Professor Dudenhöffer in meinen Augen diskreditiert und jedes Recht auf Kritik – zumindest in dieser Sache – verwirkt.

Was kommt?

Wobei – und da sind wir bei der Frage, was kommt – uns das Thema ADAC wohl auch in Zukunft weiter beschäftigen wird. Denn in den nächsten Tagen will der ADAC über die Untersuchungen seiner Revision berichten. Könnte gut sein, dass wir noch nicht alles wissen, was in München und den 18 Regionalvereinen in die Hose gegangen ist.

Ansonsten blickt die Autowelt langsam nach Genf. In der Schweiz wird Anfang März die nächste große Automesse des Jahres eröffnet. Schon jetzt kündigen die Hersteller an, was sie in Genf ausstellen werden. Die Messe in Genf ist traditionell genauso ein guter Ort für die Vorstellung neuer Fahrzeuge oder besonderer Versionen bekannter Modelle. Blogger-Kollege Jan hat eine Übersicht veröffentlicht, was Auto-Freunde in Genf erwartet.

Im vergangenen Jahr haben wir vom Auto-Blog für Auto-Natives die Messe mit der Serie „Immer wieder Genf“ begleitet und auf Klassiker zurückgeblickt, die in Genf erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. In diesem Jahr werden wir uns die Studien, die in Genf vorgestellt werden, etwas genauer ansehen. Geplant ist, wieder jeden Messetag unseren kleinen Scheinwerfer auf eine bestimmte Studie in Genf zu richten.


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Unser Wochenrückblick „Worte am Sonntag“ nimmt die zurückliegende Woche in den Rückspiegel.
Unser Wochenrückblick „Worte am Sonntag“ nimmt die zurückliegende Woche in den Rückspiegel.
 

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