Weitersehen

Worte am Sonntag – Was war, was ist und was kommt? Wochenrückblick #2-2014

Wochenrückblick Rückspiegel

Dieser Wochenrückblick macht Spaß. Denn das Ziel jeden Sonntag auf die Vorwoche zurückzublicken, zwingt mich zum Lesen in anderen Auto-Blogs. Das gibt mir die Gelegenheit, doch noch auf Dinge hinzuweisen, die ich gern in der zurückliegenden Woche geschrieben hätte – wenn denn nur Zeit gewesen wäre.

Was war?

Als Motorsport-Fan, der sich besonders für Le Mans interessiert, hätte natürlich die Rückkehr von Nissan ein Thema in unserem Blog sein sollen. Die Japaner haben bereits in der Ära der Gruppe C und mit einem GT1 versucht, an der Sarthe zum Sieg zu fahren. Mit vergleichsweise wenig Erfolg, denn das bis heute beste Ergebnis war 1998 ein dritter Platz. Nach einer entsprechenden Vorstandsentscheidung wagt sich Nissan erneut mit einem LMP1 in die Topklasse vor.

Nissan R390 GT1

Der Nissan R390 GT1 von 1997 wurde von TWR gebaut. (Foto: Nissan)

Schon 2015 soll dieser Rennwagen am Start stehen. Die Gegner Porsche (bestätigt), Audi (Teilnahme möglich, weiß man aber noch nicht genau), Toyota (dito.) und Ferrari (weiß man erst recht nicht) könnten für Nissan eine harte Nuss darstellen. Denn alle Wettbewerber verfügen über mehr Erfahrung beim Bau moderner Sportprototypen. Nissan fängt, weil auch der DeltaWing vom externen Konstrukteur Ben Bowlby gebaut wurde, fast bei null an.

Keine ganz neue Erfahrung für die Japaner übrigens. Denn als Nissan sich vor 30 Jahren erstmals in die Szene wagte, vertrauten sie deshalb lieber auf ein Chassis von March. Später bauten Lola und TWR die Rennwagen für Nissan. Ich bin gespannt, mit wem Nissan diesmal zusammenarbeiten wird. Die drei Rennwagenbauer, die bisher Nissan mit den notwendigen Fahrzeugen versorgt haben und wie TWR sogar den Einsatz übernommen haben, existieren heute nicht mehr.

Welche Partner erscheinen denkbar?

Klar ist, dass Ben Bowlby auch beim LMP1-Projekt mit an Bord sein soll. Doch ob so ein Projekt ohne Produktionserfahrung beim Bau von Kohlefaser-Rennwagen möglich ist, ist mehr als fraglich. Klassische Rennwagenbauer sind selten geworden.

Am Markt tätig sind noch Dallara, wo man jedoch relativ eng mit Audi verbunden ist, und Swift Engineering des Panasonic-Erben Hiro Matsushita. Beide Firmen sollten über das Know-how zum Bau eines modernen Sportprototypen verfügen. Allenfalls ein Aussenseiter-Tipp ist Riley Technologies, den die Erfahrung der Amerikaner beschränkt sich auf die Konstruktion uriger Daytona-Prototypen – wir werden das verfolgen.

Mit fast ein wenig Wehmut habe ich in der zurückliegenden Woche die Berichte vom aktuellen Mercedes-Benz Roadtrip gelesen. Denn die Strecke, die die werten Blogger-Kollegen an den ersten Tagen zurückgelegt haben, bin ich 1997 als Student, noch weit entfernt von einem Meinungsbildner, ebenfalls gefahren. Damals habe ich mit einem Mietwagen u.a einen Autotrip von Houston nach New Orleans unternommen, bin anschließend mit dem Auto auch nach Nashville weitergefahren.

Was wird?

Diese Frage ist – ausnahmsweise – einmal sehr einfach zu beantworten. Denn in der kommenden Woche startet die „North American International Auto Show“ in Detroit. Obwohl die Ausstellung in der schrumpfenden „Motor City“ an Bedeutung verloren hat, ist die Show für zahlreiche Hersteller immer noch ein wichtiges Pflaster. Nebenbei bemerkt, den Bedeutungsverlust machte erst vor ein paar Tagen die Nachricht deutlich, dass FIAT den US-Autobauer Chrysler – einst ein stolzes Mitglied der „Big Three“ – nun vollständig übernehmen wird.

Ein Ausdruck für den Bedeutungsverlust könnte auch die Tatsache sein, dass innovative Hersteller wie Audi längst auch auf der „Consumer Electronics Show“ automobile Neuheiten vorstellen. Denn sowohl das virtuelle Cockpit des Audi TT als auch das Laser-Licht und der Einzug von Android ins Auto wurden bereits auf der Messe im Spielerparadies Las Vegas vorgestellt.

Unabhängig davon stehen auch in Detroit zahlreiche Premieren auf dem Programm. Bekannt ist, was Lexus und Mercedes vorstellen wird. Dabei bleiben durchaus Geheimnisse. Denn spannend und offen ist zum Beispiel immer noch die Frage, ob Porsche in Nordamerika den neuen Targa vorstellen wird. Es gibt Stimmen, die das Debüt des Henkelträgers erst in Genf erwarten.


Wochenrückblick RückspiegelInfos zum Titelbild:
Unser Wochenrückblick „Worte am Sonntag“ nimmt die zurückliegende Woche in den Rückspiegel.
Unser Wochenrückblick „Worte am Sonntag“ nimmt die zurückliegende Woche in den Rückspiegel.
 

3 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.