Dieser Wochenrückblick macht Spaß. Denn am Sonntag auf die Vorwoche zurückzublicken gibt mir die Gelegenheit, doch noch auf Dinge hinzuweisen, die ich in der zurückliegenden Woche gern beschrieben hätte – wenn denn nur Zeit gewesen wäre. In diesem Wochenrückblick geht es um den angekündigten Nissan LMP1.

Was war?

Denn als Motorsport-Fan, der sich besonders für Le Mans interessiert, hätte natürlich die Rückkehr von Nissan in die Sportwagen-Szene in unserem Blog Thema sein sollen. Die Japaner haben bereits in der Gruppe C und mit einem GT1 versucht, an der Sarthe zum Sieg zu fahren. Mit vergleichsweise wenig Erfolg. Das bisher beste Ergebnis war 1998 der dritte Platz. Nach einer entsprechenden Vorstandsentscheidung wagt sich Nissan erneut in die Topklasse vor.

Nissan R390 GT1
Den Nissan R390 GT1 baute 1997 TWR (Foto: Nissan)

Schon 2015 soll dieser Rennwagen am Start stehen. Die Gegner Porsche (bestätigt), Audi (Teilnahme möglich), Toyota (dito.) und Ferrari (weiß man erst recht nicht) sehen nach harten Nüssen aus. Denn alle Wettbewerber verfügen über viel Erfahrung beim Bau moderner Rennwagen oder Sportprototypen. Nissan fängt, weil der DeltaWing beim externen Konstrukteur Ben Bowlby entstand, fast bei Null an.

Keine ganz neue Erfahrung für die Japaner übrigens. Denn als Nissan sich vor 30 Jahren erstmals nach Le Mans wagte, vertrauten die Japaner auf ein Chassis von March. Später bauten Lola und TWR die Rennwagen für Nissan. Ich bin gespannt, mit wem Nissan diesmal zusammenarbeiten wird. Denn die bisherigen Partner existieren heute alle nicht mehr.

Welche Partner erscheinen denkbar?

Klar ist, dass Ben Bowlby auch beim Nissan LMP1 an Bord ist. Doch ob so ein Projekt ohne Produktionserfahrung beim Bau von Kohlefaser-Rennwagen möglich ist, ist mehr als fraglich. Klassische Rennwagenbauer sind selten geworden.

Am Markt tätig sind noch Dallara, wo man jedoch relativ eng mit Audi verbunden ist, und Swift Engineering des Panasonic-Erben Hiro Matsushita. Beide Firmen sollten über das Know-how zum Bau eines modernen Sportprototypen verfügen. Allenfalls ein Aussenseiter-Tipp ist Riley Technologies, den die Erfahrung der Amerikaner beschränkt sich auf die Konstruktion uriger Daytona-Prototypen – wir werden das verfolgen.

Mit fast ein wenig Wehmut habe ich in der zurückliegenden Woche die Berichte vom aktuellen Mercedes-Benz Roadtrip gelesen. Denn die Strecke, die die werten Blogger-Kollegen an den ersten Tagen zurückgelegt haben, bin ich 1997 als Student, noch weit entfernt von einem Meinungsbildner, ebenfalls gefahren. Damals habe ich mit einem Mietwagen u.a einen Autotrip von Houston nach New Orleans unternommen, bin anschließend mit dem Auto auch nach Nashville weitergefahren.

Was wird?

Diese Frage ist – ausnahmsweise – einmal sehr einfach zu beantworten. Denn in der kommenden Woche startet die „North American International Auto Show“ in Detroit. Obwohl die Ausstellung in der schrumpfenden „Motor City“ an Bedeutung verloren hat, ist die Show für zahlreiche Hersteller immer noch ein wichtiges Pflaster. Nebenbei bemerkt, den Bedeutungsverlust machte erst vor ein paar Tagen die Nachricht deutlich, dass FIAT den US-Autobauer Chrysler – einst ein stolzes Mitglied der “Big Three” – nun vollständig übernehmen wird.

Ein Ausdruck für den Bedeutungsverlust könnte auch die Tatsache sein, dass innovative Hersteller wie Audi längst auch auf der „Consumer Electronics Show“ automobile Neuheiten vorstellen. Denn sowohl das virtuelle Cockpit des Audi TT als auch das Laser-Licht und der Einzug von Android ins Auto wurden bereits auf der Messe im Spielerparadies Las Vegas vorgestellt.

Unabhängig davon stehen auch in Detroit zahlreiche Premieren auf dem Programm. Bekannt ist, was Lexus und Mercedes vorstellen wird. Dabei bleiben durchaus Geheimnisse. Denn spannend und offen ist zum Beispiel immer noch die Frage, ob Porsche in Nordamerika den neuen Targa vorstellen wird. Es gibt Stimmen, die das Debüt des Henkelträgers erst in Genf erwarten.


Infos zum Titelbild des Beitrags in diesem Auto-Blog:
Unser Wochenrückblick „Worte am Sonntag“ nimmt die zurückliegende Woche in den Rückspiegel.

Unser Wochenrückblick „Worte am Sonntag“ nimmt die zurückliegende Woche in den Rückspiegel.
 


Ähnliche Artikel